Geschichte
Das Prinzip einer kohlenhydratarmen Ernährung zur Verbesserung der Gesundheit und zur Reduktion von zuviel Körpergewicht ist absolut nicht neu. Schon im 19. Jahrhundert schrieb der Engländer W. Banting in seinem Buch "Letter on Corpulence", wie er selbst durch einen weitgehenden Verzicht an Kohlenhydraten binnen 12 Monaten 23 kg an Körpergewicht verlor. Auch der deutsche Arzt Ebstein empfahl in dieser Zeit schon eine Diät bestehend aus Fleisch und Fett, um abzunehmen. Einen wahren Hype erfuhr die kohlenhydratarme Ernährung in den 70er Jahren durch den amerikanischen Arzt Robert Atkins, der halb Hollywood Steak und Salat essen lies.
Diäten heute
Die Atkins-Diät erlaubt kaum Kohlenhydrate und setzt voll auf Fett und Eiweiß
Die Methode nach Montignac arbeitet mit dem Glykämischen Index. Lebensmittel mit einem niederen Index sind unbegrenzt erlaubt, solche mit einem hohem Index grundsätzlich verboten.
Die South-Beach-Diät basiert ebenfalls auf dem Glykämischen Index. Erlaubt sind kohlenhydratarme und fettarme Lebensmittel.
Die Logi-Methode nach Nicolai Worm basiert auf der Glykämischen Last der Lebensmittel. Erlaubt sind Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst und Öle.
Schlank im Schlaf nach dem Essener Arzt Detlef Pape setzt auf eine kohlenhydratarme Ernährung primär zum Abendessen, um mit einem abgesunkenen Insulinspiegel in die Nachtstunden zu gelangen.
Der GI
Der Glykämische Index (Abkürzung: GI) soll dem Verbraucher verlässliche Angaben über die Veränderungs des Blutzuckerspiegels nach dem Essen bestimmter Lebensmittel geben. Mit einem Anstieg des Zuckergehaltes im Blut ist fast immer eine Reaktion des Insulinspiegels verbunden und damit wieder diverse Auswirkungen auf den Stoffwechsel. Bekannt ist, dass hohe Insulinausschüttungen die Fettzellen verschließen, das Abnehmen erschweren oder unmöglich machen.
Bewertung
Diäten und Diätempfehlungen sind häufig auch der Mode unterworfen, aber auch neue Erkenntnisse der Ernährungsphysiologie finden Eingang in die Empfehlungen. Was vor 10 oder 20 Jahren noch als richtig angesehen wurde, ist heute überholt oder durch neue Forschungen verbessert worden. So galt das Kalorienzählen und -sparen noch bis in die 90er Jahre als die optimale Diätform, gefolgt von der "low fat" Bewegung, die bis Anfang dieses Jahrtausends als optimal angesehen und propagiert wurde.
Seit einigen Jahren hat die Wissenschaft das Insulin als anaboles Hormon in den Mittelpunkt der Forschung gestellt. Dieses lebensnotwendige Hormon regelt nicht nur die Verwertung der Kohlenhydrate, auch die Einlagerung oder Abgabe von Fetten in oder aus den Zellen wird dadurch gesteuert. Eine Erkenntnis, die für Diabetiker, fürs Abnehmen und für Sportler von entscheidender Bedeutung ist. Die bisher gültige und auch offizielle Empfehlung, möglichst viele Kohlenhydrate zu essen, wird damit mehr als in Frage gestellt.